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Cholesterin senken: Wie viszerales Bauchfett LDL und Triglyzeride beeinflusst

  • vor 47 Minuten
  • 11 Min. Lesezeit




Viele Menschen denken beim Thema Cholesterin senken zuerst an weniger Fett in der Ernährung. Weniger Butter. Weniger Eier. Weniger Käse. Weniger Fleisch.


Doch der Cholesterinspiegel wird nicht nur dadurch beeinflusst, was wir essen. Ein entscheidender Faktor liegt oft tiefer: im Stoffwechsel.


Besonders viszerales Bauchfett kann eine wichtige Rolle spielen. Dieses Fett liegt nicht direkt unter der Haut, sondern tief im Bauchraum rund um die inneren Organe. Es ist nicht einfach nur ein Energiespeicher, sondern ein hormonell und entzündlich aktives Gewebe.

Die Folge: Der Glukosestoffwechsel, der Fettstoffwechsel und die Entzündungsregulation können aus dem Gleichgewicht geraten. Dadurch können LDL-Cholesterin und Triglyzeride steigen, während das schützende HDL-Cholesterin sinken kann.

Genau deshalb reicht es oft nicht, nur auf einzelne Lebensmittel oder den Cholesterinwert allein zu schauen. Wer seine Werte wirklich verstehen und verbessern möchte, sollte den gesamten Stoffwechsel betrachten.



Cholesterin senken durch weniger viszerales Bauchfett und besseren Stoffwechsel

Kurz erklärt: Kann Bauchfett den Cholesterinspiegel erhöhen?

Ja, vor allem viszerales Bauchfett kann den Cholesterinspiegel ungünstig beeinflussen.

Typische Veränderungen im Blutbild können sein:

  • erhöhte Triglyzeride

  • erhöhtes LDL-Cholesterin

  • niedrigeres HDL-Cholesterin

  • erhöhte Entzündungsmarker

  • Hinweise auf Insulinresistenz

  • erhöhte Leberwerte oder Fettleber-Tendenz

Wichtig ist: Es geht nicht nur um das Körpergewicht. Auch Menschen mit normalem BMI können zu viel viszerales Fett haben. Besonders bei Menschen mit sitzendem Alltag, chronischem Stress, schlechtem Schlaf oder häufigen Blutzuckerschwankungen kann der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten.

Was ist viszerales Bauchfett?

Nicht jedes Körperfett ist gleich.

Man unterscheidet grob zwischen zwei Fettarten:

Subkutanes Fett liegt direkt unter der Haut. Es ist das Fett, das man zum Beispiel am Bauch, an Hüfte oder Oberschenkeln greifen kann.

Viszerales Fett liegt tiefer im Bauchraum. Es umgibt Organe wie Leber, Darm und Bauchspeicheldrüse.


Viszerales Fett ist besonders relevant, weil es stoffwechselaktiv ist. Man könnte fast sagen, es verhält sich wie eine "Drüse".

Es kann Botenstoffe freisetzen, die Entzündungsprozesse fördern und die Wirkung von Insulin verschlechtern können. Dadurch wird es für den Körper schwieriger, Blutzucker und Fette effizient zu regulieren.


Das erklärt, warum der Bauchumfang oft aussagekräftiger ist als das Gewicht auf der Waage. Zwei Menschen können dasselbe Gewicht haben, aber ein völlig unterschiedliches Stoffwechselrisiko.



Warum viszerales Fett den Stoffwechsel belastet

Viszerales Bauchfett steht in engem Zusammenhang mit der sogenannten Insulinresistenz.

Insulin ist ein Hormon, das dabei hilft, Glukose aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Wenn die Zellen jedoch schlechter auf Insulin reagieren, bleibt mehr Glukose im Blut. Der Körper versucht dann, mit mehr Insulin gegenzusteuern.

Ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel kann verschiedene Prozesse beeinflussen:

Er kann die Fettverbrennung erschweren, die Einlagerung von Energie fördern und den Fettstoffwechsel in der Leber verändern. Die Leber produziert dann häufiger mehr Triglyzeride und bestimmte Transportpartikel, die mit erhöhten LDL-Werten verbunden sein können. Insulin ist das Speicherhormon. Es fördert die Einlagerung von Energie - also die Speicherung von Fett - im wesentlichen. Umgekehrt kann bei hohem Insulinspiegel der Körper nicht gut auf die Fettreserven zugreifen.

Das bedeutet: Ein erhöhter Cholesterinspiegel ist häufig nicht nur ein Cholesterinproblem. Er kann Ausdruck einer tieferliegenden Stoffwechselstörung sein.


Glukosestoffwechsel und Fettstoffwechsel hängen zusammen

Der Körper nutzt vor allem zwei Energiequellen: Glukose und Fett.

Bei einem gesunden Stoffwechsel kann der Körper flexibel zwischen beiden Energiequellen wechseln. Diese Fähigkeit nennt man auch metabolische Flexibilität.

Wenn jedoch dauerhaft viel Glukose verfügbar ist, zum Beispiel durch häufige Snacks, zuckerreiche Ernährung, wenig Bewegung oder chronischen Stress, kann der Körper zunehmend schlechter auf Fettverbrennung umschalten.

Gleichzeitig können hohe Insulinspiegel verhindern, dass gespeichertes Fett effizient freigesetzt und verbrannt wird.

Das kann zu einem Kreislauf führen:

Mehr Blutzuckerschwankungen -> Mehr Insulin -> Mehr Fetteinlagerung -> Mehr viszerales Bauchfett -> Mehr Entzündung-> Mehr Belastung für den Fettstoffwechsel. Die Folge: Ungünstigere Cholesterinwerte.

Infografik: Mehr Blutzuckerschwankungen -> Mehr Insulin -> Mehr Fetteinlagerung  -> Mehr viszerales Bauchfett -> Mehr Entzündung-> Mehr Belastung für den Fettstoffwechsel. Die Folge: Ungünstigere Cholesterinwerte.


Deshalb ist es so wichtig, Cholesterin nicht isoliert zu betrachten.

Warum LDL, HDL und Triglyzeride gemeinsam betrachtet werden sollten

Viele Menschen schauen nur auf den LDL-Wert. LDL-Cholesterin ist wichtig, aber allein oft nicht ausreichend, um das gesamte Stoffwechselbild zu verstehen.

Interessant sind vor allem diese Werte:

LDL-Cholesterin

LDL transportiert Cholesterin im Blut. Erhöhte LDL-Werte können mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein, besonders wenn weitere Risikofaktoren hinzukommen. Wobei LDL alleine nicht für eine Risikobewertung ausreichentd ist.

HDL-Cholesterin

HDL wird oft als „gutes Cholesterin“ bezeichnet. Es ist an Rücktransportprozessen beteiligt und kann Hinweise auf die Stoffwechselgesundheit geben.

Triglyzeride

Triglyzeride sind Blutfette. Erhöhte Werte treten häufig bei Insulinresistenz, viszeralem Bauchfett, Fettleber, hohem Alkoholkonsum oder stark verarbeiteten Kohlenhydraten auf.

Non-HDL-Cholesterin

Dieser Wert umfasst alle potenziell ungünstigen cholesterintransportierenden Partikel und kann aussagekräftiger sein als LDL allein.

ApoB

ApoB gibt Hinweise auf die Anzahl bestimmter atherogener Partikel im Blut. Für eine genauere Risikoeinschätzung kann dieser Wert sehr hilfreich sein.

Wer Cholesterin wirklich verstehen möchte, sollte also nicht nur fragen: „Wie hoch ist mein LDL?“ Die bessere Frage lautet: Was sagt mein gesamter Stoffwechsel über mein Risiko aus?

Hohes Cholesterin trotz normalem Gewicht: Wie kann das sein?

Viele Menschen sind überrascht, wenn ihre Cholesterinwerte erhöht sind, obwohl sie schlank sind oder normalgewichtig wirken.

Doch das äußere Erscheinungsbild sagt nicht immer aus, wie gesund der Stoffwechsel ist.

Auch bei normalem Gewicht können folgende Faktoren eine Rolle spielen:

  • viszerales Bauchfett

  • Insulinresistenz

  • chronischer Stress

  • Schlafmangel

  • Bewegungsmangel

  • genetische Veranlagung

  • Schilddrüsenunterfunktion

  • Fettleber

  • hoher Alkoholkonsum

  • nährstoffarme Ernährung

  • stille Entzündung

Besonders bei High Performern ist dieses Muster nicht selten. Viele funktionieren im Alltag sehr gut, leisten viel, schlafen aber zu wenig, essen unregelmäßig, stehen unter Dauerstress und bewegen sich zu wenig im aeroben Bereich.

Der Körper kompensiert lange. Doch irgendwann zeigen Laborwerte, dass das System aus dem Gleichgewicht geraten ist. (Blogbeitrag: Insulin und Stress: Stress, Cortisol & Cholesterin: Warum dein Körper anders reagiert als erwartet )

Welche Rolle spielt die Leber beim Cholesterinspiegel?

Die Leber ist ein zentrales Organ für den Fettstoffwechsel.

Sie produziert Cholesterin, verarbeitet Fettsäuren, reguliert Blutfette und ist eng mit dem Glukosestoffwechsel verbunden. Wenn die Leber durch zu viel Energie, Alkohol, Fruktose, Insulinresistenz oder viszerales Fett belastet wird, kann sich das auf die Cholesterinwerte auswirken.

Eine Fettleber kann zum Beispiel mit erhöhten Triglyzeriden, niedrigem HDL und ungünstigen LDL-Mustern einhergehen.

Das ist wichtig, weil viele Menschen beim Thema Cholesterin nur an tierische Fette denken. Dabei liegt ein großer Teil der Regulation im Körper selbst – insbesondere in der Leber.

Wie erkennt man zu viel viszerales Bauchfett?

Viszerales Fett sieht man nicht immer sofort. Trotzdem gibt es einige Hinweise.

Ein einfacher Marker ist der Bauchumfang.

Als grobe Orientierung gilt: Wenn sich Fett vor allem im Bauchbereich sammelt, kann das ein Hinweis auf ein erhöhtes viszerales Fettdepot sein. Besonders relevant ist das, wenn gleichzeitig weitere Zeichen auftreten:

  • Müdigkeit nach dem Essen

  • Heißhunger auf Süßes

  • Konzentrationstiefs

  • erhöhter Blutdruck

  • erhöhte Triglyzeride

  • niedriges HDL

  • erhöhter Nüchternblutzucker

  • erhöhter HbA1c

  • erhöhte Leberwerte

  • Bauchfett trotz Sport

  • Gewichtszunahme bei Stress

Noch genauer wird es mit Laborwerten und Messungen.

Hilfreich können sein:

  • Nüchternblutzucker

  • HbA1c

  • Nüchterninsulin

  • HOMA-IR

  • Triglyzeride

  • HDL-Cholesterin

  • LDL-Cholesterin

  • Non-HDL-Cholesterin

  • ApoB

  • hs-CRP

  • Leberwerte

  • Langzeitblutzuckermessung, also CGM

Gerade die Kombination aus Laborwerten, Ernährungsprotokoll, Bewegung, Schlaf und Stressbelastung ergibt ein deutlich klareres Bild als ein einzelner Cholesterinwert.

Cholesterin senken: Warum weniger Fett allein oft nicht reicht

Viele Menschen versuchen, ihr Cholesterin zu senken, indem sie einfach weniger Fett essen.

Das kann in manchen Fällen sinnvoll sein, greift aber oft zu kurz.

Denn wenn der eigentliche Treiber Insulinresistenz, viszerales Bauchfett oder eine gestörte Stoffwechselregulation ist, dann muss genau dort angesetzt werden.

Entscheidend sind Fragen wie:

Infografik: Wie stabil ist dein Blutzucker? Wie gut schläfst du? Wie viel Muskelmasse hast du? Wie oft bewegst du dich im Alltag? Wie hoch ist dein Stresslevel? Wie verarbeitet dein Körper Kohlenhydrate? Wie gut funktioniert deine Leber? Wie hoch sind deine Entzündungswerte?

Cholesterin zu senken bedeutet deshalb nicht nur, einen Wert zu drücken. Es bedeutet, den Körper wieder in eine bessere Stoffwechselbalance zu bringen.

Was hilft gegen viszerales Bauchfett und ungünstige Cholesterinwerte?

Die gute Nachricht: Viszerales Fett reagiert oft gut auf Lebensstilveränderungen. Schon gezielte Anpassungen können messbare Effekte auf Bauchumfang, Blutzucker, Triglyzeride und Cholesterinprofil haben.

1. Mehr Protein und echte Lebensmittel

Eine proteinreiche Ernährung kann helfen, Sättigung, Muskelerhalt und Blutzuckerstabilität zu verbessern.

Gute Proteinquellen sind zum Beispiel:

  • Eier

  • Fisch

  • Hülsenfrüchte

  • Joghurt oder Skyr

  • Quark

  • Geflügel

  • Tofu oder Tempeh

  • hochwertiges Fleisch in passender Menge

Wichtig ist nicht nur Protein, sondern die gesamte Qualität der Ernährung. Stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker, Weißmehlprodukte und häufiges Snacken können den Glukosestoffwechsel belasten.

Besser sind echte, nährstoffreiche Lebensmittel:

  • Gemüse

  • Beeren

  • Hülsenfrüchte

  • Nüsse

  • Samen

  • Olivenöl

  • Fisch

  • fermentierte Lebensmittel

  • ballaststoffreiche Kohlenhydrate

  • ausreichend Wasser

2. Mehr Ballaststoffe für LDL und Blutzucker

Ballaststoffe können helfen, LDL-Cholesterin zu senken und den Blutzucker stabiler zu halten.

Besonders interessant sind lösliche Ballaststoffe, zum Beispiel aus:

  • Hafer

  • Gerste

  • Hülsenfrüchten

  • Leinsamen

  • Chiasamen

  • Gemüse

  • Flohsamenschalen

  • Äpfeln

  • Beeren

Ballaststoffe unterstützen außerdem das Mikrobiom. Ein gesunder Darm kann wiederum Einfluss auf Entzündungsprozesse, Sättigung und Stoffwechselregulation haben.

3. Krafttraining für bessere Insulinsensitivität

Muskeln sind eines der wichtigsten Organe für den Glukosestoffwechsel.

Je mehr aktive Muskelmasse vorhanden ist, desto besser kann der Körper Glukose speichern und verwerten. Krafttraining kann deshalb helfen, die Insulinsensitivität zu verbessern und langfristig viszerales Fett zu reduzieren.

Schon zwei bis drei Einheiten pro Woche können ein guter Start sein.

Wichtig ist: Es muss nicht extrem sein. Entscheidend ist Regelmäßigkeit.

4. Zone-2-Ausdauertraining für den Fettstoffwechsel

Neben Krafttraining ist moderates Ausdauertraining besonders wertvoll.

Zone-2-Training bedeutet Bewegung in einem Bereich, in dem du noch sprechen kannst, aber merklich arbeitest. Zum Beispiel zügiges Gehen, Radfahren, lockeres Joggen oder Schwimmen.

Diese Form der Bewegung kann helfen, die Fettverbrennung, mitochondriale Gesundheit und metabolische Flexibilität zu verbessern.

Für viele Menschen ist tägliches Gehen einer der unterschätztesten Hebel. Besonders ein Spaziergang nach dem Essen kann helfen, Blutzuckerspitzen abzuflachen.

5. Schlaf verbessern

Schlafmangel kann Hungerhormone, Stresshormone, Insulinsensitivität und Entzündungsprozesse beeinflussen.

Wer dauerhaft zu wenig schläft, hat oft mehr Appetit, mehr Heißhunger und schlechtere Blutzuckerregulation. Das kann indirekt auch viszerales Fett und Cholesterinwerte beeinflussen.

Hilfreiche Grundlagen:

  • regelmäßige Schlafzeiten

  • morgens Tageslicht

  • abends weniger Bildschirmlicht

  • kein spätes schweres Essen

  • weniger Alkohol

  • kühles Schlafzimmer

  • entspannende Abendroutine

Schlaf ist kein Luxus. Schlaf ist Stoffwechseltherapie.

6. Stress reduzieren

Chronischer Stress kann den Stoffwechsel stark beeinflussen.

Dauerhaft erhöhte Stresshormone können Blutzucker, Appetit, Schlafqualität und Fettverteilung verändern. Viele Menschen nehmen unter Stress vor allem am Bauch zu.

Stressmanagement muss nicht kompliziert sein. Sinnvoll sind zum Beispiel:

  • Atemübungen

  • Spaziergänge

  • Meditation

  • Yoga

  • Journaling

  • Pausen zwischen Terminen

  • weniger Multitasking

  • bewusste Mahlzeiten

  • soziale Verbindung

Gerade für High Performer ist das oft der schwierigste, aber wichtigste Hebel. Wer ständig im Leistungsmodus ist, gibt dem Körper kaum Gelegenheit zur Regeneration.

7. Alkohol kritisch prüfen

Alkohol kann den Fettstoffwechsel, die Leber und den Schlaf belasten.

Besonders regelmäßiger Alkoholkonsum kann Triglyzeride erhöhen und die Reduktion von viszeralem Fett erschweren. Auch kleine Mengen können bei manchen Menschen messbare Auswirkungen auf Schlafqualität, Blutzucker und Erholung haben.

Wenn Cholesterin, Triglyzeride oder Leberwerte erhöht sind, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf Alkohol.

Welche Laborwerte sind neben Cholesterin sinnvoll?

Wenn du deinen Cholesterinspiegel ganzheitlich verstehen möchtest, können folgende Werte hilfreich sein:

Basiswerte:

  • Gesamtcholesterin

  • LDL-Cholesterin

  • HDL-Cholesterin

  • Triglyzeride

  • Non-HDL-Cholesterin

Erweiterte Fettstoffwechselwerte:

  • ApoB

  • Lipoprotein(a)

  • LDL-Partikelgröße, falls verfügbar

Glukosestoffwechsel:

  • Nüchternblutzucker

  • HbA1c

  • Nüchterninsulin

  • HOMA-IR

  • ggf. Langzeitblutzucker mit CGM

Entzündung und Leber:

  • hs-CRP

  • Gamma-GT

  • ALT

  • AST

  • Ferritin

  • Harnsäure

Diese Werte ersetzen keine ärztliche Diagnose. Sie können aber helfen, Muster zu erkennen und gezielter an den Ursachen zu arbeiten.

Wann solltest du ärztlich abklären lassen?

Ein ganzheitlicher Lebensstil ist wichtig. Trotzdem gibt es Situationen, in denen eine ärztliche Abklärung besonders wichtig ist.

Das gilt vor allem bei:

  • sehr hohem LDL-Cholesterin

  • bekannter familiärer Hypercholesterinämie

  • Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Familie

  • bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Diabetes

  • Bluthochdruck

  • stark erhöhten Triglyzeriden

  • auffälligen Leber- oder Schilddrüsenwerten

  • Einnahme von Medikamenten, die Blutfette beeinflussen können

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Er soll dir helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen und die richtigen Fragen zu stellen.

Fazit: Cholesterin senken heißt Stoffwechsel verstehen

Cholesterin ist kein isolierter Wert. Es ist Teil eines komplexen Systems aus Glukosestoffwechsel, Fettstoffwechsel, Leberfunktion, Entzündung, Bewegung, Schlaf und Stressregulation.

Besonders viszerales Bauchfett kann dieses System aus dem Gleichgewicht bringen. Es kann Insulinresistenz fördern, Entzündungsprozesse verstärken und dazu beitragen, dass LDL-Cholesterin und Triglyzeride steigen, während HDL sinkt.

Wer sein Cholesterin nachhaltig verbessern möchte, sollte deshalb nicht nur fragen:

Was darf ich nicht mehr essen?

Sondern besser:

Was braucht mein Stoffwechsel, um wieder besser zu funktionieren?

Die Antwort liegt oft nicht in einer einzelnen Maßnahme, sondern in der Kombination aus Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stressregulation, Laboranalyse und einem klaren Verständnis der eigenen Ausgangslage.

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Weitere Blogeinträge: Alle Blogseinträge zum Thema Cholesterin: https://www.gc4hp.de/blog/categories/cholesterin


Spezielle Blogbeiträge:

FAQ: Cholesterin, Bauchfett und Stoffwechsel

Kann Bauchfett Cholesterin erhöhen?

Ja. Besonders viszerales Bauchfett kann den Fettstoffwechsel ungünstig beeinflussen. Es steht häufig mit erhöhten Triglyzeriden, höherem LDL-Cholesterin, niedrigerem HDL-Cholesterin und Insulinresistenz in Verbindung.

Warum ist viszerales Fett gefährlicher als normales Körperfett?

Viszerales Fett liegt tief im Bauchraum rund um die Organe. Es ist hormonell und entzündlich aktiver als Unterhautfett und kann dadurch Stoffwechselprozesse stärker beeinflussen.

Kann ich hohes Cholesterin haben, obwohl ich schlank bin?

Ja. Auch schlanke Menschen können viszerales Bauchfett, Insulinresistenz oder genetische Risikofaktoren haben. Deshalb sind Bauchumfang, Laborwerte und Lebensstil oft aussagekräftiger als der BMI allein.

Welche Werte sollte ich neben LDL-Cholesterin prüfen?

Neben LDL sind HDL, Triglyzeride, Non-HDL-Cholesterin, ApoB, Lipoprotein(a), Nüchternblutzucker, HbA1c, Nüchterninsulin, HOMA-IR und Entzündungsmarker wie hs-CRP sinnvoll.

Was senkt Cholesterin natürlich?

Eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Protein, regelmäßige Bewegung, Krafttraining, Gewichtsreduktion bei viszeralem Fett, besserer Schlaf, weniger Alkohol und Stressmanagement können helfen. Je nach individueller Situation kann zusätzlich eine ärztliche Therapie notwendig sein.

Wie hängen Insulinresistenz und Cholesterin zusammen?

Bei Insulinresistenz reagieren die Zellen schlechter auf Insulin. Das kann den Blutzucker erhöhen, die Fettverbrennung erschweren und die Leber dazu bringen, mehr Triglyzeride und ungünstige Fetttransportpartikel zu produzieren.

Was ist wichtiger: Gewicht oder Bauchumfang?

Der Bauchumfang kann in vielen Fällen aussagekräftiger sein als das Gewicht. Besonders Fett im Bauchraum ist stoffwechselaktiv und mit einem höheren Risiko für Insulinresistenz, Fettleber und ungünstige Blutfettwerte verbunden.

Hilft Sport gegen viszerales Bauchfett?

Ja. Besonders die Kombination aus Krafttraining, regelmäßigem Gehen und moderatem Ausdauertraining kann helfen, viszerales Fett zu reduzieren und die Insulinsensitivität zu verbessern.

Können Triglyzeride durch Zucker steigen?

Ja. Eine Ernährung mit vielen schnell verfügbaren Kohlenhydraten, Zucker, Fruktose und Alkohol kann Triglyzeride erhöhen, besonders wenn gleichzeitig Insulinresistenz oder Fettleber vorliegen.

Muss ich bei hohem Cholesterin Medikamente nehmen?

Das hängt von deinem individuellen Risiko ab. Entscheidend sind nicht nur LDL-Werte, sondern auch Alter, Blutdruck, Familiengeschichte, Entzündungswerte, Diabetes, Rauchen, ApoB, Lipoprotein(a) und bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besprich das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.





Quellen & wissenschaftliche Einordnung

Die folgenden Quellen dienen der wissenschaftlichen Einordnung. Der Artikel ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

  1. Després, J.-P. et al. – Viszerales Fett, Insulinresistenz und Dyslipidämie


    Diese Arbeit beschreibt den Zusammenhang zwischen viszeraler Adipositas, Insulinresistenz, erhöhten Triglyzeriden und niedrigem HDL-Cholesterin.


    Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9569171/


  2. Lemieux, S. et al. – Viszerales Fett und verschlechtertes Lipidprofil


    Die Studie zeigt, dass eine erhöhte viszerale Fettansammlung wesentlich zur Verschlechterung des Lipid- und Lipoproteinprofils beitragen kann.


    Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11441231/


  3. Chan, D. C. et al. – Dyslipidämie bei viszeraler Adipositas


    Review zu Mechanismen und Konsequenzen von Fettstoffwechselstörungen bei viszeralem Fett; Lebensstilmaßnahmen wie Gewichtsreduktion und körperliche Aktivität werden als zentrale Ansätze genannt.


    Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15285698/


  4. ESC Guidelines 2021 – Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen


    Europäische Leitlinie zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, inklusive LDL-Cholesterin, ApoB-haltigen Lipoproteinen und Risikomanagement.


    Link: https://www.escardio.org/guidelines/clinical-practice-guidelines/all-esc-practice-guidelines/cvd-prevention-guidelines/


  5. Visseren, F. L. J. et al. – 2021 ESC Guidelines on Cardiovascular Disease Prevention in Clinical Practice


    PubMed-Eintrag zur ESC-Leitlinie mit bibliografischen Angaben.


    Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34458905/


  6. Brown, L. et al. – Ballaststoffe und Cholesterinsenkung: Meta-Analyse


    Klassische Meta-Analyse zu löslichen Ballaststoffen. Ergebnis: Verschiedene lösliche Ballaststoffe können Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin senken.


    Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9925120/


  7. Ghavami, A. et al. – Soluble Fiber Supplementation and Serum Lipid Profile


    Große Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien zur Wirkung löslicher Ballaststoffe auf das Lipidprofil.


    Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36796439/


  8. Mann, S. et al. – Ausdauertraining, Krafttraining und Insulinsensitivität


    Review und Meta-Analyse zu den Effekten von Ausdauertraining, Krafttraining und kombiniertem Training auf glykämische Kontrolle und Insulinsensitivität.


    Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24130081/


  9. Chatrath, H. et al. – Dyslipidämie bei nicht-alkoholischer Fettleber


    Beschreibt das typische Muster bei NAFLD: erhöhte Triglyzeride, mehr kleine dichte LDL-Partikel und niedrigeres HDL-Cholesterin.


    Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22418885/


  10. Cohen, D. E. et al. – Lipoproteinstoffwechsel, Dyslipidämie und NAFLD


    Review zum Zusammenhang zwischen Fettleber, erhöhten Triglyzeriden und atherogener Dyslipidämie.


    Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24222095/


  11. Paschos, P. et al. – Nicht-alkoholische Fettleber und metabolisches Syndrom


    Übersichtsarbeit zu Epidemiologie, Pathophysiologie und Diagnostik von NAFLD und metabolischem Syndrom.


    Link: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2633261/


  12. Knutson, K. L. – Schlafdauer und kardiometabolisches Risiko


    Review zu Zusammenhängen zwischen Schlafdauer, Schlafqualität und Risiko für kardiometabolische Erkrankungen.


    Link: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3011978/


  13. Henst, R. H. P. et al. – Schlafverlängerung und kardiometabolische Risikofaktoren


    Review zur Frage, ob längere Schlafdauer bei Kurzschläfern kardiometabolische Risikofaktoren verbessern kann.


    Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31166059/


  14. Ryan, K. K. et al. – Stress und metabolische Erkrankungen


    Überblick über die Verbindung zwischen chronischem psychosozialem Stress, Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.


    Link: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK242443/


  15. Fernández-García, J. C. et al. – Entzündung, oxidativer Stress und metabolisches Syndrom


    Review zur Rolle von Entzündung und oxidativem Stress beim metabolischen Syndrom.


    Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24168441/






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