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Schilddrüse und Cholesterin - der unbekannte Zusammenhang

  • 31. März
  • 8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Stunden





Zusammenfassung des Artikels:

Schilddrüse und Cholesterin: Eine Schilddrüsenunterfunktion kann LDL-Cholesterin erhöhen, weil weniger LDL-Rezeptoren in der Leber gebildet werden und der Cholesterinabbau (u. a. über Gallensäuren) sinkt. Auch Stress (Cortisol) kann über die Umwandlung T4→T3 (↓T3, ↑rT3) LDL indirekt erhöhen – selbst bei „normalen“ Standardwerten. Bei hohen Cholesterin-Werten die Schilddrüse mit untersuchen! Dies gilt insbesondere für Frauen, vor allem in der Perimenopause oder Menopause.

Ein typisches Beispiel: Andrea*, 49 Jahre — hohe Cholesterinwerte (LDL 175 mg/dl) trotz „eigentlich gesundem“ Lebensstil

*Name geändert – Foto KI (ChatGPT) generiert

Andrea, 49, steht nachdenklich in einer wohnlichen Familienküche und schaut auf einen Laborbericht. Auf der Kücheninsel liegen Gemüse und Küchenutensilien, im Hintergrund sind Kinderzeichnungen, Jacken und Alltagsgegenstände zu sehen – ordentlich, aber sichtbar belebt vom Familienalltag.

Andrea ist 49 Jahre alt, 1,70 m groß und wiegt 69 kg. Auf den ersten Blick wirkt vieles unauffällig: kein starkes Übergewicht, keine schlechte Ernährung, kein offensichtlicher Risikofaktor.

Beim Check-up wird ein LDL Cholesterin-Wert von 175mg/dl erkannt – und ihr wurde deshalb ein Statin ("Cholesterin-Senker") vorgeschlagen.


Die Botschaft ist klar: LDL ist zu hoch, also muss LDL gesenkt werden.

Wenn man sich Andreas Leben genauer ansieht: Sie ernährt sich relativ sinnvoll - wenig Fertigprodukte, kocht meist selbst mit ordentlich Obst und Gemüse - und hat in den letzten zwei Jahren am Bauch Fett zugelegt. Gleichzeitig ist ihr Leben voll: drei Kinder, zwei davon noch in der Schule, eine 25-Stunden-Woche im Job, Ehe, Haushalt, Organisation, Verantwortung — und gefühlt wenig echte Pausen. Insgesamt klagt sie über weniger Power und Motivation.


Neben dem hohen Stresslevel (Cortisol!) als weiterer Treiber für hohe Cholesterin-Werte haben wir uns die Symptome noch genauer angesehen. Gleichzeitg ist Andrea in der Perimensopause. Auffällig war außerdem das Frösteln und die geringe Basal-Temperatur – es sprach viel für eine Schilddrüsenunterfunktion. Abklärung und Therapie beim Arzt.


Nachdem die Schilddrüsenhormone therapeutisch verbessert wurden, die Ernährung auf Basis des Ernährungsprotokolls optimiert wurde und auch der Eisenspeicher (nach Bluttest) aufgefüllt wurde (sowie weitere Mikronährstoffdefizite erkannt und behoben), stellte sich langsam eine Symptomverbesserung ein: kurze tägliche Entspannungsroutinen konnte dem Stress-Level entgegengesetzt werden. Bewegungssnacks wurden in den Alltag integriert. Langsam fühlt sich Andrea wieder energetischer und die "Powerfrau" in ihr kam wieder zurück . Die Gewichtszunahme ist gestoppt. Nach 4 Monaten hat sich der LDL Wert auf 137 mg/dl reduziert. Das ist ein toller Erfolg - noch nicht optimal, aber der „Trend is your friend“. Jetzt möchte Andrea versuchen, ob sie ihren Körper mit natürlichen Mitteln dazu bringt, wieder das richtige Maß an Schilddrüsenhormonen zu produzieren - natürlich nicht ohne ihren Arzt mit einzubinden.

Meine Bewertung: ich finde es sehr schön, Menschen zu begleiten, wieder in Ihre Kraft und Power zu kommen. Bei Andrea war es die Kombination von

Schilddrüsenunterfunktion

wenig Entspannung und damit wahrscheinlich erhöhtes Cortisol (kein Laborbefund), Nährstoffmängel ausgleichen und auch eine blutzuckerstabile Ernährung. Damit wurde an vier Säulen der Stoffwechsel verbessert und damit die verantwortlichen "Treiber" für die Lipoproteine (hohes LDL-Cholesterin) reduziert.

Hinweis: Neben dem Zusammenhang Schilddrüse und Cholesterin gibt es auch einen Zusammenhang zwischen Hormonen und Schilddrüse - das betrifft insbesondere Frauen in der Peri-Menopause oder Menopause. Zu diesem Zusammenhang werde ich in Kürze einen weiteren Eintrag hier schreiben. Zum Newsletter anmelden und keinen Blog Eintrag mehr verpassen.




Infografik zum Zusammenhang zwischen Schilddrüse, Stress, Insulin und Cholesterin. Dargestellt wird, wie eine verminderte Schilddrüsenfunktion, chronischer Stress mit erhöhtem Cortisol und veränderte Insulinregulation über Leber und Stoffwechsel zu erhöhten LDL- und Cholesterinwerten beitragen können. In der Mitte stehen Leber und Stoffwechsel als zentrale Schaltstelle, verbunden mit vier Bereichen: Schilddrüse, Stress/Cortisol, Insulin und Cholesterin. Kernaussage: Erhöhtes LDL kann ein Signal für hormonelle und metabolische Belastung sein – nicht nur für eine ungünstige Ernährung.



Bild zeigt die Beschreibung und den Nutzen den Cholesterin Compact Kurs


Warum hohes LDL oft kein Ernährungsproblem ist

Viele Menschen tun „alles richtig“: Sie ernähren sich bewusst, bewegen sich regelmäßig und achten auf ihr Gewicht – und trotzdem ist das LDL-Cholesterin erhöht.


Die häufige Konsequenz: „Dann nehmen Sie ein Statin.“


Doch genau hier liegt eine der größten Fehleinschätzungen in der Praxis.

LDL ist oft ein Schilddrüsenmarker – kein reines Ernährungsproblem.

Es gilt inzwischen als überholt, dass mit der Nahrung aufgenommenes Cholesterin für ein hohen LDL verantwortlich ist - vielmehr wird angenommen, dass der Körper selbst zwischen aufgenommenen und selbst produzierten Cholesterin reguliert. D.h. aus diesem Grund auf Eier zu verzichten ist nicht angeraten. Es gibt Menschen (sog. Hyperresponder auf Nahrungsmittelcholesterin) die besonders viel Cholesterin aus der Nahrung aufnehmen - diese sollten dann schon vorsichtiger mit Nahrungscholesterin sein. Schätzungen liegen bei 10-15% der Gesamtbevölkerung.

Cholesterin ist kein isolierter Laborwert

Cholesterin wird häufig betrachtet wie ein eigenständiges Problem. Tatsächlich ist es aber ein Stoffwechsel-Endprodukt, das stark von hormonellen Regelkreisen abhängt.

Besonders entscheidend sind:

  • die Schilddrüse

  • der Insulinstoffwechsel

  • die Stressachse (Cortisol)

Die Leber steht dabei im Zentrum – und sie reagiert extrem sensibel auf Schilddrüsenhormone.


Schilddrüse und Cholesterin - Die Rolle der Schilddrüse im Cholesterinstoffwechsel

Die Schilddrüse produziert überwiegend T4 (Thyroxin). Die biologisch aktive Wirkung entfaltet jedoch T3 (Triiodthyronin) – vor allem in der Leber.

T3 steuert:

  • die Bildung von LDL-Rezeptoren

  • die Aufnahme von LDL aus dem Blut

  • den Abbau von Cholesterin zu Gallensäuren

➡️ Ohne ausreichend wirksames T3 bleibt LDL länger im Blut.

Schilddrüsenunterfunktion → LDL steigt

Bei einer Hypothyreose (also einer Unterfunktion) – auch im subklinischen Bereich – kommt es zu einer Kettenreaktion:

  • ↓ T3-Wirkung in der Leber

  • ↓ LDL-Rezeptoren

  • ↓ LDL-Clearance

  • ↓ Gallensäure-Synthese

Ergebnis:

  • Gesamtcholesterin ↑

  • LDL ↑

  • häufig auch Lp(a) ↑

⚠️ Wichtig: Das kann bereits auftreten, wenn der TSH nur leicht erhöht ist oder fT3 im unteren Normbereich liegt.


Der häufig übersehene Sonderfall: Umwandlungsstörung der Schilddrüsenhormone (T4 → T3)

Ein besonders relevanter – und oft nicht erkannter – Mechanismus ist die gestörte Umwandlung von T4 zu T3.


Typisches Laborbild:

  • fT4: normal

  • fT3: niedrig

  • rT3: erhöht

➡️ funktioneller T3-Mangel in der Leber

Obwohl die Standardwerte „unauffällig“ wirken, fehlt der Leber das aktive Signal.

Konsequenzen:

  • LDL-Rezeptoren ↓

  • Cholesterinabbau ↓


➡️ LDL steigt – trotz scheinbar normaler Schilddrüsenwerte Dann bitte unbedingt die klassischen Unterfunktion-Symtome beachten (Frieren, geringe Körpertemperatur, Gewichtszunahme, ....) - das ist viel wichtiger als die Laborwerte.


Warum Stress Cholesterin erhöhen kann – über die Schilddrüse

Chronischer Stress wirkt nicht nur „psychisch“, sondern biochemisch.


Cortisol:

  • hemmt die 5’-Deiodinase

  • reduziert die Umwandlung von T4 → T3

  • erhöht rT3 (blockiert T3-Wirkung)

➡️ Stress erzeugt eine funktionelle Hypothyreose, selbst bei normalem TSH.


Das erklärt, warum gerade High Performer mit:

  • wenig Schlaf

  • hohem Trainingspensum

  • mentalem Dauerstress

häufig ein unerklärlich erhöhtes LDL entwickeln.


Schilddrüse × Insulin: ein unterschätzter Verstärker

Eine Schilddrüsenunterfunktion reduziert die Insulinsensitivität.

➡️ Insulin steigt➡️ Aktivierung von SREBP-2 in der Leber➡️ verstärkte Cholesterinsynthese

Gleichzeitig:

  • LDL-Abbau ↓ (wegen fehlender LDL-Rezeptoren)

  • LDL-Neubildung ↑ (durch Insulin)

📌 Ergebnis:

Doppelte LDL-Erhöhung – weniger Abbau, mehr Produktion.

Typische Praxisfalle (sehr häufig)

Das Muster ist immer wieder gleich:

  • LDL erhöht

  • Ernährung „gut“

  • Bewegung ausreichend

  • Körpergewicht stabil

➡️ Statin wird vorgeschlagen ➡️ Schilddrüse nie vollständig abgeklärt

Dabei zeigen Studien klar:

Unter adäquater Schilddrüsentherapie sinkt LDL häufig um 20–40 % – ganz ohne Statin.

Bevor Cholesterin „therapiert“ wird, sollte man prüfen:

  • TSH

  • fT4

  • fT3

  • ggf. rT3

  • klinische Symptome

  • Stress- & Schlafbelastung

Denn:

Ein medikamentös gesenktes LDL löst kein hormonelles Steuerungsproblem.

Fazit

Cholesterin ist kein Feind, sondern ein Signal. Ein Signal für den Zustand von Stoffwechsel, Schilddrüse und Stressregulation.


Wer LDL nachhaltig normalisieren will, muss die Schilddrüse und ihre Wechselwirkungen verstehen.

Nicht jedes hohe LDL braucht ein Statin. Manchmal braucht es schlicht die richtige Diagnose.





Quellen & weiterführende Literatur


  1. Duntas, L. H. (2018) – Thyroid Dysfunction and Lipid Metabolis

    Dieser Übersichtsartikel zeigt, dass sowohl manifeste als auch subklinische Hypothyreose zu Hypercholesterinämie führen und das kardiovaskuläre Risiko erhöhen. 🔗 https://www.frontiersin.org/journals/endocrinology/articles/10.3389/fendo.2018.00511/full 

  2. Shin DJ, et al. (2003) – Thyroid hormone regulation of LDL receptors (PubMed) Experimentelle Arbeit, die erklärt, dass Schilddrüsenhormon-Status die LDL-Rezeptor-Expression und Cholesterinspiegel reguliert. 🔗 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12829694/ 

  3. AerzteZeitung – subklinische Hypothyreose und Gefäßrisiko

    Klinische Assoziation: erhöhte TSH-Werte und LDL sind mit einer Verdickung der Gefäßwand (IMT) verbunden. 🔗 https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Bei-subklinischer-Hypothyreose-auf-die-Gefaesse-schauen-421897.html 

  4. Deutsches Schilddrüsenzentrum – Schilddrüse & Stoffwechsel Überblick über Einfluss der Schilddrüse auf Fettstoffwechsel und Cholesterinwerte im Blut. 🔗 https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/schilddruese-und-stoffwechsel/ 

  5. Apotheken-Umschau – Schilddrüsenunterfunktion: erhöhte Blutfettwerte Allgemeine Patienteninformation, die beschreibt, dass Hypothyreose mit erhöhten Cholesterinwerten einhergehen kann. 🔗 https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/schilddruesenunterfunktion-symptome-und-behandlung-734397.html 

  6. NetDoktor – Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) Patienten-Info mit Hinweis auf häufig erhöhte Cholesterinwerte bei Hypothyreose.

    🔗 https://www.netdoktor.de/krankheiten/schilddruesenunterfunktion/ 

  7. Update on Lipid Metabolism and Thyroid Disorders Fachartikel, der die Auswirkungen verschiedener Schilddrüsenfunktionsstörungen auf den Lipidstoffwechsel bespricht.

    🔗 https://www.jscimedcentral.com/jounal-article-info/Journal-of-Endocrinology-Diabetes-and-Obesity/Update-on-Lipid-Metabolism-and-Thyroid-Disorders-9238 





FAQ: Schilddrüse und Cholesterin


Warum kann eine Schilddrüsenunterfunktion das LDL-Cholesterin erhöhen?

Die Schilddrüse beeinflusst direkt den Fettstoffwechsel — vor allem in der Leber. Wenn zu wenig aktives Schilddrüsenhormon, insbesondere T3, verfügbar ist, bildet die Leber weniger LDL-Rezeptoren. Dadurch wird LDL-Cholesterin schlechter aus dem Blut aufgenommen und bleibt länger im Kreislauf.

Das Ergebnis: LDL und Gesamtcholesterin können steigen, obwohl Ernährung, Bewegung und Körpergewicht eigentlich gut sind.

Kann LDL erhöht sein, obwohl der TSH-Wert „normal“ ist?

Ja. Genau das ist eine häufige Praxisfalle. Der TSH-Wert allein zeigt nicht immer, ob in der Leber ausreichend aktives T3 ankommt.

Relevant können auch fT4, fT3 und gegebenenfalls rT3 sein — ebenso wie Symptome wie Frieren, niedrige Körpertemperatur, Müdigkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut oder verlangsamter Stoffwechsel.

Welche Schilddrüsenwerte sollte man bei erhöhtem LDL prüfen?

Sinnvoll ist meist ein umfassenderer Blick auf:

  • TSH

  • fT4

  • fT3

  • gegebenenfalls rT3

  • Schilddrüsenantikörper, wenn ein Autoimmunprozess vermutet wird

  • typische Symptome einer Unterfunktion

  • Stress- und Schlafbelastung

Wichtig: Laborwerte sollten nie isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist das Gesamtbild aus Werten, Symptomen und Stoffwechselsituation.

Was hat T3 mit Cholesterin zu tun?

T3 ist das biologisch aktive Schilddrüsenhormon. In der Leber steuert es unter anderem die Bildung von LDL-Rezeptoren und den Abbau von Cholesterin zu Gallensäuren.

Wenn zu wenig T3 verfügbar ist, sinkt die LDL-Clearance. Das bedeutet: LDL wird langsamer aus dem Blut entfernt — und der LDL-Wert steigt.

Kann Stress LDL-Cholesterin erhöhen?

Ja. Chronischer Stress kann über Cortisol die Umwandlung von T4 zu T3 hemmen. Gleichzeitig kann vermehrt rT3 entstehen, das die T3-Wirkung blockiert.

Dadurch kann eine funktionelle Schilddrüsenunterfunktion entstehen — selbst dann, wenn Standardwerte zunächst unauffällig wirken. Besonders betroffen sind häufig Menschen mit hoher mentaler Belastung, wenig Schlaf, viel Training oder dauerhaftem Leistungsdruck.

Warum haben gerade High Performer oft erhöhtes LDL trotz guter Ernährung?

Viele High Performer achten auf Ernährung, Bewegung und Körpergewicht — stehen aber gleichzeitig unter dauerhaftem Stress. Wenig Schlaf, intensive Arbeit, hohe Verantwortung und zusätzliches Training können die Stressachse aktivieren.

Das kann die T4-zu-T3-Umwandlung verschlechtern, die Leberfunktion beeinflussen und so indirekt LDL erhöhen. In diesem Fall ist LDL nicht primär ein Ernährungsproblem, sondern ein Signal für hormonelle und metabolische Belastung.

Kann eine bessere Schilddrüsenfunktion LDL senken?

Ja, bei einer tatsächlich bestehenden Schilddrüsenunterfunktion oder funktionellen T3-Problematik kann sich LDL verbessern, wenn die Ursache gezielt adressiert wird. In Studien sinken LDL-Werte unter adäquater Schilddrüsentherapie häufig deutlich.

Das bedeutet aber nicht, dass jeder erhöhte LDL-Wert automatisch ein Schilddrüsenproblem ist. Es bedeutet: Die Schilddrüse sollte bei unerklärlich hohem LDL unbedingt mitgedacht werden.

Ist hohes LDL immer ein Grund für ein Statin?

Nicht automatisch. Statine können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, vor allem bei hohem kardiovaskulärem Risiko. Aber ein medikamentös gesenkter LDL-Wert löst nicht automatisch die Ursache, wenn dahinter ein Schilddrüsen-, Stress- oder Insulinproblem steht.

Deshalb sollte vor einer reinen LDL-Senkung geprüft werden, warum LDL überhaupt erhöht ist.

Welche Symptome können auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen?

Typische Hinweise können sein:

  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit

  • Frieren oder niedrige Körpertemperatur

  • Gewichtszunahme trotz gleicher Ernährung

  • Verstopfung

  • trockene Haut

  • Haarausfall

  • verlangsamter Puls

  • depressive Stimmung

  • Konzentrationsprobleme

  • erhöhte Cholesterinwerte

Gerade die Kombination aus erhöhtem LDL und solchen Symptomen sollte Anlass sein, die Schilddrüse genauer anzuschauen.

Was ist rT3 und warum ist es relevant?

rT3 steht für reverse T3. Es entsteht ebenfalls aus T4, wirkt aber nicht wie aktives T3. Vereinfacht gesagt: rT3 kann die T3-Wirkung bremsen.

Bei chronischem Stress, Entzündung, zu wenig Kalorien, Krankheit oder Schlafmangel kann rT3 steigen. Dann sehen Standardwerte manchmal noch „normal“ aus, während die aktive Schilddrüsenwirkung im Gewebe reduziert ist.

Welche Rolle spielt Insulin beim Zusammenhang zwischen Schilddrüse und Cholesterin?

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann die Insulinsensitivität verschlechtern. Dadurch kann Insulin steigen. Höheres Insulin wiederum kann in der Leber die Cholesterinproduktion verstärken.

So entsteht ein doppelter Effekt: weniger LDL-Abbau durch weniger LDL-Rezeptoren und gleichzeitig mehr Cholesterinproduktion in der Leber.

Was sollte ich tun, wenn mein LDL erhöht ist, obwohl ich gesund lebe?

Dann lohnt sich ein systematischer Blick auf die Ursachen. Neben Ernährung und Bewegung sollten vor allem Schilddrüse, Stress, Schlaf, Insulin- und Blutzuckerstoffwechsel, Entzündungen und Leberstoffwechsel betrachtet werden.

LDL ist nicht nur ein Risikowert. Es ist auch ein Signal. Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur: „Wie senke ich LDL?“ Sondern: „Warum ist LDL erhöht?“


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